77. Mahnwache - Gedanken zu Tamir Adar

Auf unserer heutigen Mahnwache haben wir an Tamir Adar erinnert, seine Familie hat vor wenigen Tagen seinen 40. Geburtstag begangen.

Tamir stammte aus dem Kibbuz Nir Oz, war ein sehr hilfsbereiter und sozialer Mensch, er hatte auch einen Beruf gewählt im sozialen Bereich und mit Jugendlichen gearbeitet.

Auf unserer heutigen Mahnwache haben wir an Tamir Adar erinnert, seine Familie hat vor wenigen Tagen seinen 40. Geburtstag begangen. Tamir stammte aus dem Kibbuz Nir Oz, war ein sehr hilfsbereiter und sozialer Mensch, er hatte auch einen Beruf gewählt im sozialen Bereich und mit Jugendlichen gearbeitet. Am Morgen des 7. Oktober glaubte er seine Familie in dem Schutzraum des Hauses in Kibbuz Nir Oz in Sicherheit, er verließ die Familie um seinen Kibbuz, seine Nachbarn und alle Menschen, die im nah waren, zu schützen vor den eindringenenden Terroristen. Wie durch ein Wunder haben seine Frau und die beiden kleinen Kinder den 7. Oktober überlebt. Tamir jedoch kehrte nie zurück. Bis heute hält die Hamas seinen Leichnam im Gazastreifen fest, er wurde im Januar 2024 für tot erklärt.

Die Familie konnte bis heute keinen Abschied nehmen. Tamir war deutscher Staatsbürger. Seine Großmutter Jaffa war aus Deutschland nach Israel gekommen und gehörte zu den Gründern des Kibbuz Nir Oz im westlichen Negev. Sie war aus Deutschland geflohen, konnte dem Holocaust entkommen, um am Ende ihres Lebens mit ansehen zu müssen, dass ihr Enkel Tamir von Terroristen ermordet wurde.

Wir werden auch weiterhin jeden Dienstag die Namen der 50 Geiseln verlesen, bis alle befreit und zu Hause sind.

Die Aggressivität steigt von Woche zu Woche

Heute, bei der 76. Mahnwache, waren wir eine relativ große Gruppe. Noch bevor wir mit dem Verlesen der Namen der 50 Geiseln begonnen hatten, wurden wir zweimal mit einem Mittelfinger beleidigt. Leider war Polizei nicht vor Ort.
Im Laufe unserer Mahnwache steigerte sich die Aggressivität, drei junge Frauen belästigten und beleidigten uns und einen unserer ältesten Teilnehmer massiv. Natürlich entfernten sie sich in der Sekunde, als wir die Polizei alarmierten. 

Wahrscheinlich muss wirklich erst etwas massiv Gewalttätiges geschehen bei unseren Mahnwachen, bis wir regelmäßig Polizeischutz bekommen.

Heute haben wir an Amiram Cooper erinnert, der im Alter von 84 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Nurit am 7. Oktober aus dem Kibbuz Nir Oz lebend verschleppt wurde.

Im Januar 2024 teilte die IDF mit, dass Amir Cooper in der Geiselhaft ermordet worden ist, während seine Frau lebend frei kam.

Amiram Cooper war einer der Gründer des Thibout Nir Oz. Möge sein Andenken ein Segen sein.

Wir werden weitermachen. Bis alle Geiseln frei sind.

Erneut antisemitische Markierung in Bergisch Gladbach

An zwei Ampeln an der Straße Lustheide Ecke Dolmannstraße in Refrath sowie in die Gegenrichtung haben wir heute folgende antisemitische Markierung feststellen müssen: mit einer Folie ist der Schriftzug „Free Gaza“ auf jeweils der grünen Ampel aufgebracht. Ebenso auf der Kölner Straße in Bensberg.

Die örtliche Polizei sowie RIAS NRW sind informiert.

60 Jahre diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland - Vortrag von Grisha Alroi-Arloser im Rathaus Bensberg

Anlässlich der Ausstellung, die der GTV im Bensberger Rathaus zum 50. Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel organsiert hatte, sprach Grisha Alroi-Arloser, Vorsitzender der Israelisch-Deutschen Gesellschaft und Geschäftsführer der Deutsch-Israelischen Industrie- und Handelskammer.

Mahnwache 75 - es wird ruppiger

Erhöhte Aggressivität und Gewaltbereitschaft bei unserer Mahnwache in Bergisch Gladbach.

Eigentlich haben wir heute nichts anderes getan, als seit 74 Wochen: das Verlesen der Namen von Geiseln, die sich noch immer in der Hand der terroristischen Hamas im Gazastreifen befinden.

Heute haben wir über Ronen Engel gesprochen, der aus dem Kibbuz Nir Oz am 7. Oktober lebend verschleppt wurde und in der Geiselhaft von den Terroristen im November 2023 ermordet wurde. Seine Frau Karina und zwei Töchter im Teenageralter wurden ebenfalls am 7. Oktober verschleppt, sie konnten jedoch im Rahmen eines Abkommens im November 2023 zurückkehren.

Wir haben heute eine gesteigerte Aggressivität wahrnehmen müssen, insgesamt wurden wir sehr laut und auch aggressiv beschimpft, die herbei geholte Polizei musste vier Anzeigen aufnehmen. Unter anderem wurden wir als „Terroristen“ beschimpft. Ein junger Familienvater mit Frau und Sohn hat sich nicht geschämt und als solche im Beisein seiner Familie zu bezeichnen.

Das ist die Situation in Deutschland, in Bergisch Gladbach, 2025. Wir werden weitermachen, bis die letzte Geisel zu Hause ist.

Mahnwache 74 und Gedenken an Arye Zalmanovich

Zur heutigen Mahnwache haben wir an Arye Zalmanovich erinnert. Der 85-jährige wurde am 7. Oktober aus seinem Haus in Nir Oz verschleppt, verletzt an Hand und Kopf. Er wurde in ein Zimmer gesperrt, gemeinsam mit einem israelischen Araber, der ebenfalls am 7. Oktober entführt wurde. Arye erzählte seinem Mitgefangenen von seinen Freunden, der Familie und vor allen Dingen von seiner Enkelin, die er sehr liebte. Medikamente für seine Diabetes und medizinische Versorgung seiner Wunden wurden ihm verwehrt, und er verstarb einige Wochen nach dem 7. Oktober.

Sein arabischer Mitgefangener kam frei und konnte berichten, dass er gezwungen wurde, vor laufender Kamera darüber zu sprechen, dass die Hamas alles getan hat, um Arye medizinisch zu versorgen.

Seine sterblichen Überreste sind nach wie vor in Gaza.

Wir haben heute eine zunehmende Aggressivität von Passanten verspürt, was uns aber nicht davon abhalten wird, auch weiterhin jeden Dienstag unsere Mahnwache abzuhalten. Bis alle Geiseln zu Hause sind!

Es sind schon 600 Tage - die 73. Mahnwache

Heute haben wir die Geschichte von Aviv Atzili aus unserem Kibbuz, dem Kibbuz Nir Oz, unmittelbar am Gazastreifen gelegen, erzählt.

Aviv war Mechaniker und betrieb die Werkstatt für die landwirtschaftlichen Maschinen des Kibbuz.

Diese Werkstatt ist uns, den ca. 30 Volontären, mit denen wir schon vor Ort waren um den Wiederaufbau zu unterstützen, sehr vertraut. Dort gibt es das Werkzeug, das wir für unsere Arbeiten brauchen und immer einen guten Kaffee und kalte Getränke.

Aviv war auch Künstler, er malte und hatte vor dem 7.10.23 einen Galeristen aus Tel Aviv getroffen, der seine Werke ausstellen wollte.

Atzilis Frau Liat war am 7. Oktober ebenfalls von der Hamas gekidnappt worden.

Am 8. Oktober 2023 wurde sein Mobiltelefon im Gazastreifen geortet. Freunde berichteten, dass das Haus seiner Familie zwar niedergebrannt worden sei, es jedoch weder Blutspuren noch Anzeichen eines Kampfes gegeben habe. Er sei als vermisst gemeldet worden und vermutlich in Gefangenschaft.

Avivs Frau Liat war am 7. Oktober ebenfalls von der Hamas gekidnappt worden. Sie überlebte und kehrte durch das erste Waffenstillstands- und Geiselabkommen am 30. November 2023 aus der Gefangenschaft zurück. Die ganze Zeit über habe sie gedacht, dass auch ihr Mann Geisel sei. Erst viel später erfuhr sie, dass er nicht lebend zurückkommen werde. Aviv Atzili war 49 Jahre alt, als er von den israelischen Sicherheitskräften für tot erklärt wurde.

Auch über den 600. Tag hinaus werden wir jeden Dienstag die Namen der Geiseln verlesen.