Pressemitteilung des Ganey-Tikva-Vereins e. V. zum Thema Rassismus in Bergisch Gladbach

Bergisch Gladbach, 02.07.26
Rassistische und antisemitische Vorfälle in Bergisch Gladbach

Mit Bestürzung und Abscheu nehmen wir, der Ganey-Tikva-Verein, die Berichte über die jüngsten rassistischen Vorfälle in Bergisch Gladbach zur Kenntnis.

Wir verurteilen jede Form von Rassismus und erklären uns solidarisch mit den Betroffenen. Der Ganey-Tikva-Verein hat Mitglieder in verschiedenen Ländern. Viele unserer deutschen Mitglieder haben einen Migrationshintergrund und sind selbst von Rassismus betroffen. Wir sind ein säkularer Verein. Unsere Mitglieder gehören unterschiedlichen Religionsgemeinschaften an oder sind religionslos. Wir haben jüdische und nichtjüdische Mitglieder und wir stehen für Vielfalt und Toleranz.

Neben dem Rassismus wächst auch der Antisemitismus in Bergisch Gladbach. Bei unserem Einsatz für das Existenzrecht Israels und jüdisches Leben in Deutschland
erleben wir den zunehmenden Judenhass auf den Straßen unserer Stadt. Nach dem 7. Oktober 2023 hielten wir in der Innenstadt rund 90 Mahnwachen ab, um an die Geiseln in der Gewalt der Hamas zu erinnern. Bei nahezu jeder Mahnwache wurden wir antisemitisch beschimpft. Uralte antijüdische Ressentiments treten offen zutage. Wir wurden vielfach als Kindermörder verleumdet. Teilnehmerinnen unserer Mahnwachen wurden vulgär sexistisch beleidigt. Wir wurden in unserer Stadt für unerwünscht erklärt.

Der Antisemitismus, insbesondere der auf Israel bezogene, wird in Bergisch Gladbach immer bedrohlicher. Vermeintliche Fehler der israelischen Regierung werden allen Jüdinnen und Juden angelastet. Der antisemitisch motivierte Hass auf den jüdischen Staat trifft jüdische Menschen auch in unserer Stadt. In dieser bedrohlichen Atmosphäre haben unsere jüdischen Mitglieder zunehmend Angst, ihre Identität zu zeigen.

Wir bieten allen Gruppen und Vereinen in Bergisch Gladbach Zusammenarbeit an im Einsatz gegen Rassismus und Antisemitismus.

Ihr Ansprechpartner: Vorsitzende Petra Hemming

Sitz des Vereins: Am Kuhlerbusch 17a, 51469 Bergisch Gladbach

Mobil 0170/3555968
www.ganey-tikva-verein.de
petra.hemming@gmail.com

Pressemitteilung zum Download:

Mahnwache Bergisch Gladbach am 9. Juni

Am 9. Juni haben wir erneut unsere Solidarität mit Israel unterstrichen: ohne Ansprachen oder Musik haben wir allein mit der israelischen Flagge deutlich gemacht, wo wir stehen.

Selbstverständlich ging es auch diesmal nicht ohne Beschimpfungen, seltsame Fragestellungen und einer jungen Mutter, die ihrem kleinen Kind an der Hand sagte: ruf doch einmal free Palestine!

Zu Gesprächen über Fakten, seriöse Nachrichtenquellen und ermordete Kinder am 7. Oktober war keiner der Pöbler bereit.


Weltweite Unterstützung für unsere Schwesterverein Solidaritätspartnerschaft Bergisch Gladbach - Nir Oz e. V.

Bericht der 7. Volontärsreise nach Nir Oz 29.4.-14.5.26

Und wieder machten sich Volontäre aus Deutschland auf den Weg nach Nir Oz, um vor Ort beim Wiederaufbau des Ortes zu unterstützen. Deutlich kann man die Veränderung in kleinen Schritte erkennen, die ein Stück Normalität in die Gemeinde zurückbringen. 

Der kleine Supermarkt, der am 7. Oktober völlig zerstört wurde, wurde zusammen mit der Wäscherei wieder eröffnet. Die Überlebenden des 7. Oktober können nun wieder Lebensmittel und Dinge des täglichen Lebens kaufen, ohne den Kibbuz verlassen zu müssen.

Die Arbeit der Volontäre ist weiterhin geprägt von Gartenarbeiten, da die großen Flächen und langen Alleen intensive Pflege brauchen. 

Die Menschen, die dies vor dem 7. Oktober verantwortet hatten, sind entweder von Terroristen ermordet worden oder sind immer noch evakuiert. 

Viele der am 7. Oktober vollständig zerstörten Häuser sind mittlerweile abgerissen, bis auf einige wenige. Die Familien der Ermordeten tun sich schwer, diese Entscheidung für einen Abriss der Häuser zu treffen. 

Auf der anderen Seite sind viele neue Häuser gebaut worden, moderne und sehr ansprechende Häuser in drei Größen, für Paare, Einzelpersonen und Familien mit Kindern.

Weiterlesen

20. Kölner Israeltag - 78 Jahre Israel - 60 Jahre Deutsch-Israelische Gesellschaft

Der Israeltag in Köln fand in dieser Woche bereits zum 20. Mal statt. Aber das war nicht das einzige Jubiläum, welches es gebührend zu feiern galt: 78 Jahre Staatsgründung Israels, 60 Jahre Deutsch-Israelische Gesellschaft.

Mit dem Ganey Tikva-Verein und der Solidaritätspartnerschaft Nir Oz waren gleich zwei israelsolidarische Organisationen aus Bergisch Gladbach vertreten.

Die strahlende Sonne sorgte dafür, dass das blau-weiße Fahnenmeer am Rathenauplatz gegenüber der Synagoge noch heller erstrahlte! Tolle Show-Acts, gutes Essen und mehr Besucher als die letzten Jahre rundeten das schöne Fest ab!

Schon zum dritten Mal durfte Petra Hemming die Moderation übernehmen, was für uns als Verein eine große Ehre ist. Bis nächstes Jahr, wenn es wieder heißt, die einzige Demokratie im Nahen Osten zu feiern.

Der neue Geschäftsführer der Synagogengemeinde Köln, Dr. Oren Osterer (M)

Bilder: Ruben Barezi

Erinnerung an die Opfer von Nir Oz

Die heutige Mahnwache stand im Zeichen der Erinnerung an die am 7. Oktober 2023 im Kibbuz Nir Oz ermordeten Menschen.

Über 90 Wochen lang haben wir die Namen der Geiseln verlesen und ihre Freiheit gefordert.

Zweieinhalb Jahre nach diesem schrecklichen Tag haben wir die Namen derer verlesen, die am 7. Oktober von den Terroristen der Hamas ermordet wurden. Als erste nannten wir die junge Frau aus Verden bei Bremen: Carolin Bohl wurde am 7. Oktober gemeinsam mit ihrem Freund Danny in ihrem Haus in Nir Oz von Terroristen erschossen. Viele der Ermordeten wurden als Leichnam nach Gaza verschleppt und erst zwei Jahre später an Israel zurückgegeben. Wir haben in der Fußgängerzone spontan Unterstützung von Kurden bekommen, die sich zu uns stellten und mit uns sprachen. Ein junger Mann, der obszöne Gesten in unsere Richtung machte, wurde von der Polizei des Platzes verwiesen. Wir machen weiter, werden nie vergessen und verzeihen. Am 12. Mai findet die nächste Mahnwache statt.

PESAH 2026 - eine Grußbotschaft aus Nir Oz

Gadi und Efrat bedanken sich bei uns für unser fortwährendes Engagement und unsere Unterstützung für den Wiederaufbau des Kibbuz Nir Oz. 

Gerade erst haben wir eine weitere Summe bereitgestellt für die Unterstützung der 18 Waisenkinder von Nir Oz und hoffen, dass wir Ende April mit den nächsten 14 Volontären vor Ort helfen können.