Es sind schon 600 Tage - die 73. Mahnwache

Heute haben wir die Geschichte von Aviv Atzili aus unserem Kibbuz, dem Kibbuz Nir Oz, unmittelbar am Gazastreifen gelegen, erzählt.

Aviv war Mechaniker und betrieb die Werkstatt für die landwirtschaftlichen Maschinen des Kibbuz.

Diese Werkstatt ist uns, den ca. 30 Volontären, mit denen wir schon vor Ort waren um den Wiederaufbau zu unterstützen, sehr vertraut. Dort gibt es das Werkzeug, das wir für unsere Arbeiten brauchen und immer einen guten Kaffee und kalte Getränke.

Aviv war auch Künstler, er malte und hatte vor dem 7.10.23 einen Galeristen aus Tel Aviv getroffen, der seine Werke ausstellen wollte.

Atzilis Frau Liat war am 7. Oktober ebenfalls von der Hamas gekidnappt worden.

Am 8. Oktober 2023 wurde sein Mobiltelefon im Gazastreifen geortet. Freunde berichteten, dass das Haus seiner Familie zwar niedergebrannt worden sei, es jedoch weder Blutspuren noch Anzeichen eines Kampfes gegeben habe. Er sei als vermisst gemeldet worden und vermutlich in Gefangenschaft.

Avivs Frau Liat war am 7. Oktober ebenfalls von der Hamas gekidnappt worden. Sie überlebte und kehrte durch das erste Waffenstillstands- und Geiselabkommen am 30. November 2023 aus der Gefangenschaft zurück. Die ganze Zeit über habe sie gedacht, dass auch ihr Mann Geisel sei. Erst viel später erfuhr sie, dass er nicht lebend zurückkommen werde. Aviv Atzili war 49 Jahre alt, als er von den israelischen Sicherheitskräften für tot erklärt wurde.

Auch über den 600. Tag hinaus werden wir jeden Dienstag die Namen der Geiseln verlesen.

Ein Song für die Geiseln

Unser Freund Mark van Low, den wir im letzten Jahr bei einer unsere Mahnwache kennengelernt haben, hat seinen Gedanken zu den Geiseln  in Gaza einen Song gewidmet.

„Bring them Home“

Im Stück verarbeitet er auch ein paar Zeilen aus der Hatikva, der Hymne Israels , die nichts anderes bedeutet als „Hoffnung“.  

🎗️ Heute sind es 600 traurige Tage, seit die Hamas Menschen brutal aus ihren Familien gerissen und nach Gaza verschleppt hat.

600 Tage Schweigen, Schmerz & Gefangenschaft.
Das muss enden.
BRING THEM HOME NOW

#UntilTheLastHostage
@bringhomenow
@werun4theirlives

Die Mahnwache #72 gedenkt der deutschen Geiseln

Weitgehend aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt scheint der Umstand, dass in Gaza auch acht deutsche Staatsbürger in der Haft der Hamas festsitzen. Ihnen galt heute unser Gedenken. Zu allen haben wir eine kurze Geschichte verlesen.

Viele Menschen sind stehen geblieben und haben zugehört.

Es geht nicht ohne Pöbelei: ein Mann rannte direkt in die Arme der Polizei, die heute erfreulicherweise von Anfang bis Ende unserer Mahnwache anwesend war, nachdem er uns lauthals als Kindermörder beschimpft hatte. Anzeige konnte aufgrund der Anwesenheit der Polizei direkt gestellt werden.

Wir werden weitermachen, jeden Dienstag die Namen der Geiseln verlesen, bis alle Geiseln frei und zu Hause sind.

Der RIAS Jahresbericht 2024 ist da

Insgesamt 170 Personen waren in Köln im Jahr 2024 von antisemitischen Vorfällen direkt betroffen. Die Fachstelle gegen Antisemitismus im NS Dokumentationszentrum der Stadt Köln und die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Nordrhein-Westfalen (RIAS) haben nun ihren Jahresbericht vorgelegt.

Gedenken an Judy und Gad Weinstein - die 71. Mahnwache

„ Freiheit für die Geiseln!“

Das fordern wir seit nunmehr 72 Wochen bei unseren Mahnwachen in Bergisch Gladbach. Immer wieder, so auch bei der gestrigen Mahnwache, werden wir von Passanten angeblafft, die stattdessen „ Freiheit für Palästina“ fordern. 

Wir werden nicht müde, immer wieder aufs Neue zu erklären, dass wir den „Palästinensern“ selbstverständlich ein ebenso freies und selbstbestimmtes Leben wünschen, wie es die Israelis seit 1948 leben.

„Freiheit für Palästina“ jedoch bedeutet im Klartext, die Zerstörung des Staates Israels und die Auslöschung aller Juden und Jüdinnen weltweit. Zu weiteren Gesprächen sind die Passanten, so auch gestern, selbstverständlich nicht bereit.

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Die 70. Mahnwache für die Geiseln in Gaza

Noch immer befinden sich 59 Geiseln in der Hand der Hamas. Man geht davon aus, dass 24 von ihnen noch leben.

Bei der 70. Mahnwache haben wir einer Geisel aus dem Kibbuz Nir Oz gedacht: Matan Zangauker

Der 24-jährige Matan Zangauker ist am 7. Oktober 2023 von den Terroristen aus seinem Haus im Kibbuz verschleppt worden. Es gibt ein Lebenszeichen von ihm, seine Mutter Einav kämpft wie eine Löwin um seine und die Befreiung aller Geiseln. In den nächsten Wochen werden wir die Geiseln aus Nir Oz (14 werden noch festgehalten) besonders hervorheben.

Offener Brief an die Universität zu Köln

Bei einer Veranstaltung an der Universität zu Köln im April diesen Jahres gab es massive antisemitische Propaganda. Die Opfer des 7. Oktober wurden verhöhnt, die Symbole verbotener Organisationen gezeigt. 

14 Organisationen, darunter die beiden israelsolidarischen Vereine in Bergisch Gladbach, haben sich in einem offenen Brief an die Universität zu Köln gewandt, um ihren Protest zum Ausdruck zu bringen. 

Der vollständige Brief steht hier zum Download bereit.