Gadi Moses in Bergisch Gladbach - ein Film von Gaby Spronz

Gadi Moses, 81 Jahre aus dem Kibbuz Nir Oz, war 482 Tage Geisel der Hamas im Gazastreifen. Mit beispielloser Resilienz und Menschlichkeit, mit Mut und Liebe zum Leben und zu seiner Familie, kämpft er sich zurück.

Er hat teilgenommen an einer Friedenskonferenz in Berlin, sich im Landtag Düsseldorf in das goldene Buch eingetragen und Landtagspräsident und Minister persönlich getroffen.

In Bergisch Gladbach hat er im vollbesetzten Ratssaal sehr offen über seine Zeit als Gefangener der Terrororganisation Islamic Jihad gesprochen. Wir haben ihm fest versprochen, dass wir auch weiterhin mit Spenden und Volontärseinsätzen, dafür sorgen, dass sein Kibbuz wieder ein zu Hause werden kann.

Mahnwachen werden fortgesetzt!

Am 11. November haben wir nach einiger Zeit erneut eine Mahnwache abgehalten in der Bergisch Gladbacher Innenstadt. Unsere Freundin Efrat Machikawa, Kulturdiplomatin und Nichte von Gadi Moses, hat eine emotionale Ansprache gehalten, in der sie zur Unterstützung Israels aufrief, speziell aus Deutschland, damit unsere gemeinsamen Werte gewahrt werden.

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Gadi Moses, eine ehemalige Geisel der Hamas, berichtet - ein Abend voller Menschlichkeit

Am Abend des 5. November 2025 war der historische Ratssaal in Bergisch Gladbach so gut besucht, dass der hintere Teil geöffnet werden musste. So viele Menschen waren gekommen, um den Bericht des heute 81jährigen Gadi Moses über seine Zeit als Geisel der Hamas zu hören. Sie erlebten einen Menschen von außergewöhnlicher innerer Stärke. Begleitet wurde Gadi Moses von seiner Nichte Efrat Machikawa, die sich seit dem Massaker vom 7. Oktober 2023 unablässig für die Freilassung der Geiseln und die Rückführung der Ermordeten einsetzt.

Gadi Moses wurde am 7.10.2023, dem Tag des größten Massakers an Juden seit der Shoa, aus seiner Heimat, dem Kibbuz Nir Oz im Süden Israels, in den Gazastreifen verschleppt. Er hatte den Schutzraum seines Hauses verlassen, um zur Rettung seiner Familie und seiner Nachbarn mit den Terroristen zu verhandeln.

482 Tage verbrachte er in Gefangenschaft der Hamas in einem kleinen Raum, davon 120 Tage in vollständiger Isolation. Um bei Kräften zu bleiben, ging er stundenlang hin und her, 10 bis 12 Kilometer jeden Tag. Die Terroristen versuchten, seinen Willen zu brechen. Sie versuchten, ihn zum Übertritt zum Islam zu zwingen. Die Erkenntnis „Sie können nicht mehr, als mich töten“ half ihm, ihnen ohne Anzeichen von Angst entgegenzutreten. Er ließ nicht zu, dass sie ihn schlugen. Sie erzählten ihm, seine Frau sei am Leben. Später erfuhr er, dass sie bereits am 7. Oktober getötet worden war. Er entwickelte Strategien, um in der Isolation nicht den Verstand zu verlieren. So sang er immer wieder die Hatikva, die israelische Nationalhymne, die von Hoffnung spricht, der „Hoffnung, zweitausend Jahre alt, zu sein ein freies Volk in unserem Land.“

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Home Now - Die Geiseln sind zu Hause

Nachdem am Montag, 13. Oktober 2025 endlich 20 lebende Geiseln aus der Hand der Terroristen der Hamas freigekommen sind, haben wir heute in der Bergisch Gladbach Innenstadt unsere vorerst letzte Mahnwache durchgeführt. Einerseits sind wir dankbar und glücklich, dass die 20 Lebenden endlich, endlich bei ihren Familien sind und medizinisch und psychisch betreut werden können. 

Zwei Jahre Geiselhaft in Dunkelheit in den Tunnel werden bei jedem einzelnen Spuren hinterlassen haben. Andererseits sind wir erschüttert, dass die Hamas erneut ihre Vereinbarungen nicht eingehalten hat und auch die ermordeten Geiseln zurückführt nach Israel.

Die Familien der Ermordeten brauchen diesen Schritt dringend, um endlich Abschied nehmen zu können. 28 Schicksale, 28 Geschichten. Sie müssen endlich heimkehren!

Wir bedanken uns bei allen Mitstreiterinnen und Mitstreiter der letzten 90 Wochen, für ihre Solidarität und ihre klare Position. Wir danken jedem Einzelnen, der sich mit uns ins Gespräch begeben hat.

Wir werden in den nächsten 14 Tagen überlegen, ob und wie wir unsere Mahnwache fortsetzen werden. Eine Gruppe von zwölf Personen wird am Donnerstag, 16. Oktober nach Israel reisen, um beim Wiederaufbau des Kibbuz Nir Oz zu helfen.

Es lebe das Volk Israel!

Major d.R. der israelischen Verteidigungsarmee Arye Sharuz Shalicar zu Besuch in Bergisch Gladbach

Auf Einladung des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft  Bergisch Gladbach – Ganey Tikva e.V. (unter der Leitung von Petra Hemming)  war Arye Sharuz Shalicar, Major d.R. der Israelischen Verteidigungsarmee, Publizist und  Autor zu Gast in Bergisch Gladbach. Im vollbesetzten Saal las er aus seinem neuen Buch „Überlebenskampf“, stellte sich mit Charme und Witz den Fragen der Zuhörer und genoss zusammen mit allen Anwesenden in angenehmer Atmosphäre sichtlich zufrieden sein Lieblingsessen, Currywurst mit Pommes Frites.

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Nummer 89 - schon wieder Unruhe bei der Mahnwache

Bei der Mahnwache am 30. September in Bergisch Gladbach kam es zweimal zu bedrohlichen Situationen. Eine junge Frau mit Kind an der Hand stürmte auf Petra Hemming, die am Mikrofon stand und die Namen der Geiseln verlas, zu und brüllte ihr ins Gesicht, dass es kein Israel gäbe, es gibt nur Palästina!

Teilnehmer der Mahnwache mussten die Frau zurückdrängen. Des Weiteren gab es einen Platzverweis nachdem die Polizei hinzugekommen war, für einen Mann mittleren Alters, der uns entgegenbrüllte, dass wir uns schämen sollen und verschwinden sollten.

Eine Woche vor dem zweiten Jahrestag des Massakers durch die Hamas steigt die Aggressivität der Hamasunterstützer weiter voran.

Die Teilnehmer der Mahnwache haben erneut die Freilassung aller Geiseln gefordert und Bundeskanzler Merz aufgefordert, den Druck auf die Hamas zu erhöhen, damit die 48 Geiseln endlich freikommen. Gestern hatte er in Berlin eine Delegation aus Israel zu Besuch, unter ihnen Familienangehörige der deutschen Geiseln und unsere Freundinnen Efrat Machikawa und Melody Sucharevicz.

Trauer um Martin Sessler

Wir trauern um Martin Sessler. Geboren in der Schweiz hat er sein ganzes Leben im Kibbuz Magen verbracht, unmittelbar neben dem Kibbuz Nir Oz und an der Grenze zum Gazastreifen gelegen.

Viele Generationen hat er als Lehrer Kindern sein großes Wissen vermitteln können, als Historiker hat er manchen Konflikt beschreiben und verständlich vermitteln können.

 
Viele Jahre galt er als Anlaufpunkt für unzählige Reisegruppen aus Deutschland, die er in seinem Kibbuz empfing und ihnen die Geschichte der Kibuzzim am Gazastreifen näherbrachte. Viele junge Menschen, die am 7. Oktober 2023 auf dem Nova Festival ermordet und verschleppt wurden, kannte er persönlich, sie waren seine Schüler.

Mit vielen Gruppen waren wir als Verein vor Ort und konnten zum Teil und lange vor dem 7. Oktober 2023 Raketen aus dem Gazastreifen sehen, die auf Israel gerichtet waren und rechtzeitig abgefangen werden konnten. Nach dem 7. Oktober hat er dafür gesorgt, dass unsere Volontäre ein Dach über dem Kopf hatten und uns Wohnungen und Häuser in seinem Kibbuz vermittelt, als es noch nicht möglich war, in Nir Oz zu übernachten.

Die politische Linke, auch aus Deutschland, verliert mit ihm einen versierten und kompetenten Ansprechpartner. Jeder, der ihn kennengelernt hat, war von seinem Charakter, seiner positiven Ausstrahlung fasziniert.

Wir, der Vorstand des Ganey-Tikva-Vereins, werden ihn sehr vermissen. Wir haben einen Freund verloren. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau Sahava und seinen Kindern. Möge sein Andenken ein Segen sein.

Im Dezember diesen Jahres werden wir am Gazastreifen ein Konzert für ihn in Erinnerung an einen wahren Freund veranstalten.