Dieser Stellungnahme unseres Mitgliedes D. Simons schließt sich der Vorstand des originalen Ganey-Tikva-Vereins vollumfänglich an.

Stellungnahme

Und es ereignete sich in der kleinen Stadt Bergisch Gladbach, dass das Katholische Bildungswerk sich mit einem Städtepartnerschaftsverein zusammentat und sich dazu berufen fühlte, am 27.01.2026, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz-Birkenau über jüdischen Humor und seine Hintergründe im Antisemitismus zu parlieren.

Besagte Stadt tat sich mit diesem Verein immer wieder durch Aktionen hervor, die sich auf besondere Weise mit jüdischem Leben beschäftigten. So hatte man beispielsweise im letzten Jahr die Idee, einen Karnevalsverein am Holocaustgedenktag auftreten zu lassen, eine Veranstaltung, die im letzten Augenblick abgesagt wurde. In diesem Jahr geht es nun um Witze und Karikaturen der jüdischen Opfer, die in der Zeit des Nationalsozialismus entstanden sind. Die Erklärzauberer sind vermeintliche Experten, die das Katholische Bildungswerk für berufen hält, Interessierten, aber auch den Nachfahren der Opfer zu erklären, wie sie den Humor der Juden zu verstehen haben. Nun wäre eine Auseinandersetzung mit jüdischem Humor als Überlebensstrategie ja eine durchaus interessante Angelegenheit, wenn nicht dieses Datum im Wege stünde: der 27.01., der Holocaust-Gedenktag, bei welchem es um das stille Gedenken an und das Trauern um insbesondere sechs Millionen ermordete Juden geht. 

So entstand also auf einer Internetplattform eine lebhafte Diskussion.

Denn als Bürger der Stadt (darunter auch Nachkommen der Opfer) darauf hinwiesen, dass der Termin pietät-, respekt-, und völlig empathielos sei, ging der Moderator der Veranstaltung nonchalant über die Bedenken hinweg und erklärte gar, dass es ja darum ginge, der Opfer auf diese Art und Weise zu gedenken. Er sprach sogar davon, dass die jüdischen Opfer arisiert worden seien, ohne daran zu denken, dass nicht die Menschen, sondern deren Vermögen „arisiert“ worden sind (Arisierung bedeutet die systematische materielle Enteignung jüdischer Bürger mit dem Ziel, sie aus der Gesellschaft auszugrenzen) – geschenkt. Wen kümmern schon solche Kleinigkeiten, wir wollen ja mal nicht so kleinlich sein. Bei so viel Expertentum sind wir nun gespannt, ob auch jüdische Bürger der Stadt diese Veranstaltung besuchen werden.

Aber das ist ja auch nicht so wichtig – Hauptsache alle Anwesenden haben einen witzigen Abend – frei nach dem Motto “Manches lässt sich nur mit Humor ertragen“ (Ankündigung im KStA)! Na denn, wir wünschen viel Vergnügen!

Wir, der Ganey-Tikva-Verein von 2015, sind in keinster Weise an dieser Veranstaltung beteiligt und distanzieren uns in aller Deutlichkeit von dieser taktlosen, peinlichen und geschmacklosen Veranstaltung.